In einem Anzeigenblatt war ein Bild zu sehen, auf dem ein verschwommen ein Mann mit Strumpfmaske abgebildet war. Er stand am Rande des Daches eines Hochhauses, in der linken Hand eine Gitarre. Unter dem Bild war zu lesen: Wer kennt diesen Mann? Eigentlich ne Scheißidee.. Hmmh, was soll schon passieren? Der Typ steht da oben mit seiner Gitarre und nix. Er springt nicht, er spielt auch keine weinerlichen Countrysongs. Das Bild hat keinen weiteren Text. vielleicht muss man vom Bild des gesuchten Mannes direkt überblenden zum Typen auf dem Dach. In das Bild hinein zoomen und Realität werden lassen. Das Foto nur als Aufhänger um die Geschichte von vorn zu erzählen und das Bilde des Mannes auf dem Dach nur als vorläufige Climax zu nehmen. Das Batsignal ist auch nicht das Ende, sondern erst der Anfang.

Begonnen hat alles…
mit einem Traum. Ich Cowboy in Kanada, British Columbia, Cowboy für eine Saison, Rinderherden treiben, am Feuer sitzen, den Weiten der Landschaft und leeren Gedanken nachhängen, ein guter Whiskey, Schlaf im Freien. Dieses Gefühl der Weite…Wieder in Berlin, Großstadtwüste – kaum auszuhalten – ich nehme meine Gitarre – Nacht, gehe hoch auf den Rand des Hochhauses – ich kenne es nicht und starre in die Weite der Großstadt…
…und denke…:
WO SIND ALL DIE RINDER HIN…?

nicht, daß ich was mit ihnen gehabt hätte… nein…nein…nein… klar… ein bissken muh hier ein bissken muh da… aber DESWEGEN gleich “tierschänder”… “ausweisen”… aus dem kompletten land….? terrorverdacht…?
ich habe sie doch nur LIEB gehabt… und nun stehe ich hier und muss an ANGELIKA denken….
Angelika war das schönste in meinem Leben was ich je gesehen hatte. Tief verborgen in den Wäldern Knadas wo noch der Sasquatch durch die verschneiten Weiten streift, hatte ich mich im tiefen Dickicht verirrt. Das scheiß GPS hatte den Geist aufgegegeben. Ich hatte die Ersatzbatterien nicht mit eingepackt. Und dort auf einer lichtung in milchiges Licht getaucht, stand sie. Ihr braunes Haar war mit wunderschönen Eiskristallen besetzt, aber die Kälte schien ihr nichts anhaben zu können. Noch hatte sie mich nicht bemerkt obwohl ich schon seit fünf Minuten beobachtete. Hier mitten in dieser gottverlassenen Wildnis drehte sie sich plötzlich nach mir um und schaute mich aus ihren wunderschönen haselnussbraunen Augen an. Ein leises “Muh” erklang. Angelika war wirklich die schönste Kuh die ich in meinem Leben gesehen hatte…

…und glaubt es mir… ich hatte schon einiges an sexy Kühen gesehen. als ich damals zum ersten mal “auffällig” (wie DIE meinen) wurde… lebte ich im Allgäu. in einem kleinen Örtchen namens Reitersau. ich pflegte den Namen immer REITER-SAU auszusprechen, womit ich mir nicht gerade Freunde machte in der Dorfgemeinschaft.
Als ich dann eines morgens… (die sonne kam gerade über den Hügel… leider genau wie der Bürgermeister…, der gerade vom Frühgottesdienst kam…) beim schmusen (mehr war es nicht) mit Uschi (einer braunen Schönheit mit einem WIRKLICH HERAUSRAGENDEN Euter) erwischt wurde… jagte mich die verf…. Dorfgemeinschaft 2 Stunden später mit ihren Mistgabeln fort… aus REITER-SAU.
was soll’s dachte ich mir und….
…war es aber nicht… kein Riese nicht… es war Uschi, die unten verzweifelt gegen das Haus rannte… so much in love with me…
DACHTE ICH…
aber als meine Gedanken aus dem Nebel von Drogen und alk wieder klarer wurden … und sich auch die Erinnerungen ans Allgäu wieder verflüchtigten… wurde mir klar… es ist ein verdammter Panzer, der da unten gegen da Haus kawemmst… alter Vatta… was geht denn hier ab?

als mein blick nach rechts schwuftete… sah ich dort einen alten Mann mit einem verdammich grauen Bart stehen.
ich: hey … alter mann… was in aller Welt ist hier los.
er: jetzt sag nicht, du weiß nicht, was hier los ist…?!?
ich: neun… ich meine nein.
er: soll ich dir sagen, was hier los ist?
ich: zehn… ich meine ja.
er: du hast auf deiner fucking gitarre da. den song “fuck the president” gespielt… und der Typ ist ja nun mal gerade auf Staatsbesuch in der Stadt … weeßte ja… an Merkel rumfummeln und so…
ich: ach komm…
er: tja… und er guckt sich halt gerade the wild east an…
ich: ah
er: und du wirst hier auf dem Dach stehen, diesen Song spielen und ihm dabei auch noch punktgenau aufs Dach seines wagen pinkeln.
ich: das habe ich getan???
er: ja.
ich: und was machst du hier?
er: naja… ick hab mir verfahren… mit meiner u-bahn. wollte weiter geradeaus zum senefelder… und zack stehe ich hier oben.
keene ahnung, was zum Teufel… aber DEN job bin ich los. muss ick halt wieder Fussnägel lackieren in “JENNYS NAGELSTUDIO”. toll.
da nahm ich ihn bei der hand… ging zu seiner u-bahn, die hinter uns stand…voll mit dämlich drein blickenden Fahrgästen…
und…
“Ist der alte Mann etwas Gott?” dachte ich mir. Dieser ganze Zirkus von wegen: “Auch wenn ich wandere im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir” naja, außer vielleicht BVG Kontrolleuren.

Aber der alte Mann meinte, wir brauchen keine Tickets für die U-Bahn, um die Zeit kämen sowieso keine Kontrolleure.
Tausend Fragen schwirrten durch meinen Kopf:
“Warum sah der Panzer aus wie Uschi?”
“Und warum fährt Gott eigentlich U-Bahn? Vielleicht wegen der zwangsläufigen Nähe zu seinen Schäfchen?”
Ich wollte nur noch einmal Angelika sehen. Plötzlich wurden wir alle nach vorn geschleudert, die Bahn kam kreischend zum Stehen… Verdammt sie waren mir auf der Spur!
…es war dunkel… und es war verdammt eng… und es roch (strenger also sonst…angstpipi???).
alle Fahrgäste waren vorne ins Führerhaus der bahn geschleudert worden und waren nun zu einem riesigen stöhnenden und ächzenden Menschenhaufen geworden.
ganz leise und vorsichtig ertönt eine stimme: “hallo, mein Name ist Peter und ich lebe jetzt sei 4 Jahren auf der Straße. in der neuen Ausgabe der motz…”

800 Kehlen riefen synchron: SCHNAUZE…!!!!!!!
doch Gott sprach: sag mal, kann ich die motz auch bei dir abonnieren???
Peter: klar kannste… kost abba.
Gott: geld spielt keine rolle.
Peter: ok.
Gott: ok.
Peter: abgemacht.
Gott: uff jeden.
was keiner bemerkt hatte… die u-bahn befand sich wieder uff Spur… u2 Richtung Pankow. aber wir fuhren nicht, sondern wir standen… und um uns herum standen ca. 2000…. wenn nicht gar 2400…
Enten? Kühe? Islamisten? S.W.A.T. Typen? Ich spann mich selbst auf die Folter. Und das als Erzähler…
Zumindest gibt es Multiple Choice.
Yep, es waren Islamisten, die für die neue Moschee in Pankow Aufbauhilfe leisten wollten.

Allahuh Akbar! Allahuh Akbar!
“Shit” meinte Gott, der versuchte im Dunkeln die Motz zu lesen. “Nicht die schon wieder! Laufend stehen welche bei mir vor der Tür und fragen nach irgendwelchen Jungfrauen. Und ich sag nur: “Jungs, ihr habt euch selbst umgelegt, also fahrt bitte mit dem Fahrstuhl eine Etage tiefer, da findet ihr auch Mohammed. Hier gibts nur Ambrosia, Harfen und Wolken.”
“Heilige Mutter Gottes!” rief die Meute. “Jahwe!!!”
Ein gleißendes Licht durchflutete den U-Bahn Waggon…
…und es erschien…
die heilige Mutter Gottes herself.
und mit ihrer Laune stand es nicht zum besten.
ein Mark und Bein durchdringender Schrei pfefferte durch den Wagon und den Tunnel…:
MG: was zum Deibel ist denn hier los???
Gott: äh … Mama.
MG: raus… alle SOFORT raus…
die Pankow Islamistengruppe zog murmelnd von dannen… (ich meinte sowas wie “doofe Ziege” gehört zu haben)… die stinkenden Fahrgäste stellten sich brav in 2er-reihen auf… fassten sich an den Händen… nur olle motz-peter konnte es natürlich nicht lassen… und unternahm noch einen versuch… “guten Tag, werte Muttergottes… meine Name ist Peter und ich lebe seit 4 jahren…”
MG: RAAAAUUUUUUUSSSSSS habe ich gesagt…!
und abgang…!
MG: und was ist mit dem da? ist der schwerhörig?
ich: äh… also… hmmm…
Gott: das ist ein Tierschänder aus dem Allgäu, der eben aufs Dach gepinkelt hat und dabei FUCK .. gesungen hat…
MG: wie bitte???
Gott: er stand oder steht unter massiven Drogen und Alkoholismuseinfluss und so…
MG: ach ja? und…?
ich: ich kann mich an nix erinnern…! nur an USCHI und ANGELIKA.
MG: womit habe ich das verdient…? mit was für leuten verkehrst du eigentlich…? seitdem du in Jennys Nagelstudio gearbeitet hast, bist du irgendwie völlig von der rolle…! nur ärger hat man mit dir. undankbare göre…!!!
Gott: och mama….
MG: weißt du eigentlich warum ich hier bin? dein Chef hat mich angerufen… und mir gesagt, daß du verdammter Vollidiot dich mit der u-bahn verfahren hast… DU BIST GEFEUERT… soll ich dir ausrichten.
Gott: na dann kann ich ja wieder bei jenny arbeiten…
MG: NEIN NEIN NEIN. und Taschengeld gibts auch keins mehr.
ich: aber muddagoddez… seinse doch nicht so hart zum Gott…!
MG: SCHNAUZE.
ich: na gut.
MG: du kommst jetzt mit. 2 Wochen Stubenarrest… und dann sehen wir weiter.
ich: und ich?
MG: du kannst bleiben wo der Pfeffer wächst.
ich: och.
gott: machs gut.
ich: ja, du auch.
gott: war nett mit dir geplaudert zu haben.
ich: ich weiß, das sagen sie alle.
und weg waren die beiden.
da stand ich nun… nackig im u-bahn-tunnel… keine menschen oder götterseele mehr da. nur ich, die olle u-bahn und meine gitarre… und die olle motz hatte gott auch noch liegen lassen.
was sollte ich tun…?
ich stieg auf den bock… hinters steuer …ließ mein gemächt locker baumeln … und ließ mal ordentlich dampf auf die reifen… mikro-test… (alleine übts sich halt am besten…)
one… two…
“verehrte fahrgäste, wir setzen die fahrt nun fort. näxter planmäßiger halt … SENEFELDER PLATZ”
der erste Gedanke war: In die Weinerei! Einen schönen roten hinter die Binde und alles wäre wieder gut. und GOTT lass ich einfach links liegen, bin sowieso Atheist…
…das Problem war, dass Johannes wie der junge Mann hieß, nun da stand without clothes, was ja ok war, im ach so liberalen Prenzlauer Berg, aber keinen fucking Schimmer hatte, ob er nun erlöst war und wieder Kühe auf Mecklenburger Weiden sodomieren könnte, oder ob dieser Albtraum weiter ginge. Und irgendwie hatte er das Gefühl, die Gitarre auf seinem Rücken an das Grab von Johnny Cash bringen zu müssen, um Erlösung zu erlangen.

..zu bringen.
es heißt natürlich FÜR oder NACH erlangen zu bringen.
also Erlösung für erlangen. äh das war sein Ziel. Diese Stadt, die sich so sehr in Ungnade begeben hatte, als sie 1679 alle Sodomisten der Gegend an einen Baum stellte und sie von oben mit zufällig herumstehenden Kühen bewarf bzw. erschlug.
diese Stadt sollte nun erlöst werden. Also fuhr er nackig mit seiner u2 zum Friedhof Hendersonville Memory Gardens nahe Cashs Wohnhaus in Hendersonville, Tennessee… grub ihn aus… schmiss seine Gitarre ins leere Grab… fuhr mit Sarg und u2 nach Erlangen… mitten auf den Marktplatz, wo gerade der wöchentlich Markt war.
Tür auf.
Sarg raus…
“DA, habta den Salat. ihr miesen Hunde. NUN SEID IHR ER und LÖST.”
zack.
Tür zu, zurück nach Berlin.
Dort fährt Johannes, weil er aufs falsche Gleis gekommen war, heute noch mit der u2 auf der Tramstrecke m6. ein Unikum in Berlin, was aber leider noch niemand bemerkt hat, weil die m6 raus nach Marzahn fährt. und da sitzen immer nur Musiker drin, die zum proben ins orwo-haus wollen, oder die, die weiterfahren… und denen kann man eh nicht mehr helfen. nicht mal die npd.
manchmal kommt noch Gott vorbei und holt bei Peter seine motz ab. dann schwelgen sie in Erinnerungen. aber das bringt ja ooch nix.
fin.