Kategorie-Archiv: BERLIN

Kunstkaserne Berlin

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In Adlershof tut sich etwas. Einer dieser Orte, an denen was neues wächstz, ist  die Kunstkaserne Berlin (KKB), in Johannisthal-Adlershof. In den Anfangstagen dieses Gebäudes vor 80 Jahren war die Wehrmacht zu Hause, später die Rote Armee, dann die Staatssicherheit. Später zog die Telekom ein.

Nun ist hier die “Kunstkaserne Berlin” zu Hause, gegründet von Juliana da Costa José. Das Mädel kommt aus München, und ist mal wieder ein deutliches Beispiel, was die oft geschmähten Zugezogenen in dieser Stadt bewegen.Am Rand des früheren Flugplatzes Johannisthal in Berlin-Adlershof bietet sie nun Künstlern Raum für ihre Ateliers. Mittlerweile sind über 80 internationale Künstler vor Ort, den kleine Ateliers sind schon für unter 150 Euro zu haben.

„In Berlin sind Ateliers Mangelware. Fast alle Angebote sind überteuert, befinden sich in ungeeigneten Räumen oder werden nicht an Berufsanfänger mit ungesichertem Einkommen vermietet. Wir haben unter anderem Maler, Grafiker, Bildhauer und Videokünstler unter unserem Dach.“ erzählt Juliana da Costa José, die unter anderem im Vorstand der deutschen Online-Enzyklopädie Wikipedia und Vizechefin des Wikipedia-Weltkongresses 2010 war.

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Hausprojekt M29

Etwas versteckt und fernab von riesigen Baukränen, Living Bauhaus Immobilien an der East Side Gallery, Town Houses am Auswärtigen Amt, sowie Luxusbebauung auf jedem verdammten freien Fleckchen, hat das Hausprojekt M29 in der Malmöer Straße 29 einen ganz anderen Weg beschritten.

Es ein Neubauprojekt, aber keine Baugruppe. Und es werden keine Eigentumswohnungen gebaut, sondern ein dauerhaft kollektiv selbstverwaltetes Mietshaus. Eine durchschnittliche Monatsmiete von ca. 300 € soll nicht überschriten werden. Dazu kommen Zimmer für die Einzelnen und große Gemeinschaftsflächen sowie kollektive Nutzung also Gemeinschaftsküche, Projektfläche, und gemeinsame Bibliothek sowie Werkstatt. Ein Blockheizkraftwerk, sorgt zudem für eigene Energie. Auch wenn das ganze eher als öko und nicht als hip und cool rüberkommt, oder sogar an alte 68er Ideen erinnert, die längst begraben schienen, muss man sich doch vor Augen halten, wie denn die Alternative aussieht, sofern es sie denn überhaupt gibt. Bei der gegenwärtigen Wohnraum Situation in Berlin ist M29 ein Modell, das hoffentlich Schule macht.

http://hausprojekt-m29.org

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FIT – Freie Internationale Tankstelle

Die meisten dürften die FIT, die  Freie Internationale Tankstelle in der Schwedter Straße kennen. Immer wieder prangt, zwischen kurzen Abständen in denen die Tankstelle in schlichtem Weiß daher kommt, das ganze Gebäude in angemalter Pracht unterschiedlichster Art. Mal von Pictoplasma gebrandet, dann wie eine Graffiti Wall, oder aktuell in leuchtenden Farben vom KLUB7 ARTCOLLECTIVE , die zum Beispiel auch dieses Mural in der Reichenberger Straße 126 geschaffen haben.

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Die denkmalgeschützte Tankstelle ist 1926 gebaut worden und war bis 1986 in Betrieb. Jetzt dient das Gebäude als kreative Tankstelle, als Schnittpunkt für Künstler und Menschen, die gute Ideen haben. Der Künstler Dida Zende begann von hier aus seine weltweite Vision eines Open-Source-Community Kunstwerks. Das Konzept der FIT ist auch schon in andere Städte wie Vancouver, Kopenhagen oder Miami exportiert worden.

Dida führt aus: „Die Leute in der Nachbarschaft sind eingeladen, hier selbsttätig was zu machen, sofern es in irgendeiner Form mit Kreativität zu tun hat. Wir betreiben die FIT als Kunstwerk.“

So finden hier seit 2003 verschiedene Veranstaltungen statt – Ausstellungen, Live-Musik, Filmfestivals oder 3D-Kino. Da das FIT eine gemeinnützige Organisation ist, kosten kreative Events keine Miete. Für private Feiern kann die Location gemietet werden.

FIT – Freie Internationale Tankstelle
Schwedter Str. 262
10119 Berlin (Mitte)

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Wie beschreibt man Berlin am besten?

Wie beschreibt man Berlin am besten? Hm… die Antwort darauf fand ich in der Brunnenstraße. Auf diesem Bild treffen sich mehrere Gegensätze:

Saniertes Haus vs. heruntergekommener Altbau
Sauber vs. Dirty
Spielzeugladen vs. Graffiti
1990 vs. 2013

Wir alle sind älter geworden und es stellt sich die Frage, wo und wie will man leben, und ist überhaupt ein Spagat zwischen beiden möglich?

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