Berlin MITTE… unendlich viele Schuhe und Biosachen kaufen

Mitte ist nicht nur ein Stadtteil, Mitte ist eine Lebenskultur, die weltweit Beachtung findet, weil sie auf kleinsten Raum die Entwicklung der Jungen abbildet. Digitale Boheme, Hipstertum und Yetties sind hier zuhause. In Mitte trifft alternatives wie  Babylon, Schokoladen und Uschi Obermaier auf repräsentatives wie Borchardts, Hilton und Soho House. Mitte ist ein Dorf mit eigenen Eck Kneipen wie dem St. Oberholz und der FC Magnet Bar. Beide sind nur ein paar Hunder Meter entfernt und doch trennen sie Welten. Mitte ist radikale Veränderung innerhalb eines Jahrzents. Nach der Wende siedelten sich Künstler in den frei gewordenen Gewerberäumen oder auf den Höfen der Wohngebäude an und gründeten Clubs, wie den Eimer oder kulturelle Einrichtungen wie das Haus Schwarzenberg. Dann kam die „Neue Mitte“ und heute scheint das Haus Schwarzenberg ein letzter widerborstiger Stachel in der hochgemotzten durchgentrifizierten Gegend. Das Gebiet wirkt nun wie ein Werbeclip, man kann unendlich viele Schuhe und Biosachen kaufen.

Aus dem ‚New York City Boy’ der Pet Shop Boys bastelten ein paar Szenejungs aus Berlins Mitte eine Feier in eigener Sache: Wenn schon Berliner Republik, dann aber mit uns mittendrin.

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London ist teuer / Paris ist scheiße / New York ist retro / Auf seine Weise
Es gibt einen Ort der kickt total / Wenn du nicht dabei bist, / ist Dein Leben ne Qual / Du weißt Bescheid, sei bereit, / Du bist in Berlin Mitte, Boy
Berlin Mitte Boy / Deine Party kennt kein Ende / Du bist in Berlin Mitte, Boy / Hackescher Markt / statt Broadway
Alle sind horny / Und alle sind gut drauf / Und wissen genau / Das hört niemals auf! / Gib jetzt Vollgas / Zeig was geht! / Hau total rein, es ist nie zu spät
Cookies, Cibo, WMF / Hier bist du der Superchef / Lore, Riva, Schwarzenraben / Hier kann man Dich gerne haben / Casino, Oxy, Greenwich, Sage / This is where you spend your wage

Nun ja, die Party kannte dann doch ein Ende, denn die, die es im hippen Kiez ruhiger haben wollten, verdrängen die anderen. Der Hackesche Markt ist jetzt wieder laut. Tausende Touristenfüße trampeln im steten Strom auf schmalen Gehwegen und lassen einen fast Amok laufen.  Die Nutten sind mehr und mehr bis zum Platz vorgerückt und machen sich dort schon ab sechs breit. Und der Rest lebt eigentlich nur von der Vergangenheit, bis die City Guides mal wieder ihre Texte ändern und Neukölln hypen.

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