Die Beleidigung wiegt schwerer als der Tod

Zu den heutigen Worten von Pakistans Premierminister Raja Pervez Ashraf:

“Wenn es als unangebracht gilt, den Holocaust zu leugnen, ist es dann nicht erst recht legitim zu sagen, dass es ein Verbrechen ist, den Propheten zu beleidigen?”

Nun, ich kann diese Argumentationskette nicht ganz nachvollziehen. “Wenn es als unangebracht gilt, den Holocaust zu leugnen…”

Natürlich kann man das tun, nur das wäre wohl ebenso absurd, wie das Aufgehen der Sonne am nächsten Morgen anzuzweifeln, so wahr Gott will. Verbunden mit dem nicht nachvollziehbaren Elend, dass über diese Menschen gebracht wurde, ist es für jeden eigentlich vollkommen verständlich, dass eine Leugnung unangebracht ist. Man wäre mindestens von zweifelhafter Natur oder schlicht ein Arschloch.

Aber das Zitat geht ja weiter: ,ist es dann nicht erst recht legitim zu sagen, dass es ein Verbrechen ist, den Propheten zu beleidigen?”

Was genau meint dieses “erst recht”? Stellt diese Formulierung nicht eine verbale oder bildliche Schmähung eines vor langer Zeit gestorbenen Mannes vor das Elend von gequälten Millionen?

Und an dieser Stelle darf ich Spock zitieren:

„Das Wohl der Vielen wiegt mehr als das Wohl der Wenigen; oder des Einzelnen“

Natürlich kann man über die Schmähung Mohammeds als Muslim tödlich beleidigt sein, aber durch eine Beleidigung stirbt man nicht. Millionen Juden wurden beleidigt UND mussten sterben.

Insofern ist dieser Satz, in seiner abwägenden Formn ein Bekenntnis, dass der Holocaust weniger schwer wiegt als eine Karikatur oder ein youtube Video.

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